If a man would follow…
If a man would follow, today, the teachings of the Old Testament, he would be a criminal. If he would follow strictly the teachings of the New, he would be insane. Robert Green Ingersoll
Selbstzensur: The Jewel of Medina
Das Buch “The Jewel of Medina” - eine eine wohl leich erotische Geschichte über Aisha, der jüngsten der neuen Frauen des Mohammed - von Sherry Jones wird nicht veröffentlicht.
Der US-Verleger Random House, der das Buch eigentlich gestern in den Handel bringen wollte, trat von diesem Vorhaben zurück, denn das Buch “might be offensive” für einige radikale Muslime und “could incite acts of violence by a small, radical segment.”
Mit der kleinen, radikalen Gruppe können wohl nur Sunniten gemeint sein, denn die verehren die Frau als frommes Vorbild. Von schiitischer Seite besteht dagegen kaum Gefahr, denn die sehen in ihr eher eine eifersüchtige und boshafte Frau, weil sie gegen Fatima intrigiert haben soll.
Netzfund
Zwei wunderschöne Beiträge zum Thema Religion und Atheismus in den Zeit Online Leser-Artikeln:
Esst mehr Känguruhs!
Switching from beef to kangaroo burgers could significantly help to reduce greenhouse gas emissions, an Australian scientist says.
Quelle: BBC
Gebühr für Kirchenaustritt rechtmäßig
Es wäre ja auch zu schön gewesen, einem religiösen Verein einfach und kostenlos den Rücken zu kehren aber laut Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (1 BvR 3006/07) dienen die Gebühren dem legitimen Ziel, die geordnete Verwaltung der Kirchensteuer sicherzustellen. Die Gebühr sei in dieser Höhe zumutbar, weil damit lediglich die Verwaltungskosten abgedeckt würden. Für jede Bearbeitung eines Kirchenaustritts benötigten die Behörden trotz Automatisierung 15 Minuten.
Quelle:Staat darf Gebühr für Kirchenaustritt verlangen
Kostet eigentlich der Eintritt was? Oder werden die Kosten hierfür - ist ja schließlich auch ein Verwaltungsaufwand - von den Kirchen oder dem Staat übernommen?
Welche Gebühren in den einzelnen Bundesländern erhoben werden kann man auf der Seiter Kirchenaustritt in Erfahrung bringen.
The world court has no standing in Texas
Trotz internationaler Proteste und ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag aus dem Jahr 2004 ignorierend, wurde gestern der 33jährige José Ernesto Medellín in Texas mit einer Giftspritze getötet.
Es geht hier nicht um die Frage nach der Schuld von Herrn Medellín. Er wurde einer besonders grausamen Tat für schuldig befunden und hat eine Strafe verdient.
Das Problem ist vielmehr die Todesstrafe, die von einer großen Mehrheit demokratischer und zivilisierter Staaten auf der ganzen Welt abgelehnt wird, sowie die Haltung der Vereinigten Staaten von Amerika – und der einzelnen Bundesstaaten -, die das Völkerrecht “à la carte” anwenden. Die Hinrichtung von José Medellin war daher nicht nur eine Verletzung der Menschenrechte und der menschlichen Würde, sondern auch eine arrogante Provokation, die die kollektiven Mechanismen für Frieden und Sicherheit in der Welt untergräbt. (Erklärung von Europarats-Generalsekretär Terry Davis)
Der Internationale Gerichtshof hatte die USA angewiesen, die Exekution nicht durchzuführen, bis ein Gericht den Fall nochmals überprüft habe.
Wie die USA mit internationalen Abkommen und Gefangenen Personen umgeht, ist spätestens seit Guantanamo (oder der Aussage, dort Gefangene auch nach einem Freispruch weiter einzuspereen) bekannt. Ein Sprecher der texanischen Regierung, Rick Perry, kommentierte das Haager Urteil mit: the world court has no standing in Texas.
Also irgendwie…
… ist es jedes Mal das gleiche. Kaum ist man aus dem Urlaub zurück und wieder bei der Arbeit, ist man schon wieder erholungsreif.
Jerusalem, Wahnsinn live
Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie lande ich bei jedem Urlaub in Israel auch in Jerusalem, selbst wenn ich mir ganz fest vornehme nicht dorthin zu fahren.
So auch wieder in diesem Jahr geschehen. Zum Glück kann ich diesmal die Schuld an meinem Aufenthalt in dieser unheiligen Stadt getrost auf meinen Mann schieben, der dort unbedingt hin und - entgegen meinem Leidenschaftlichen Einwand - auch noch im Österreichischen Hospiz (eine an der Via Dolorosa *schauder* gelegene Sammelstätte christlicher Wahnsinniger Pilger) übernachten wollte. Persönlich wäre ich lieber im New Imperial abgestiegen, ein kleines mit Bildern und Teppichen zugehängtes, ehemaliges Grand Hotel, in dem schon Persönlichkeiten wie Selma Lagerlöf, General Allenby und gar Wilhelm II. gewohnt haben.
Aber nein, es musste Sachertorte mit Pilgern sein, eingequetscht zwischen einer armenischen Kirche, einer Moschee und einer Synagoge (inkl.
Als Entschädigung für das Fehlen des Wasserkochers (eigentlich eine Standardeinrichtung in israelischen Unterkünften) bekommt man jeden Morgen einen recht frühen Weckruf durch den Muezzin, den man dank Lautsprecher, der direkt auf das offene Fenster des nüchtern eingerichteten Schlafraumes gerichtet ist, nicht überhören kann (selbst wenn man tief schläft).
Hat man es dann geschafft diese Lärmbelästigung durchzustehen, kann man sich kurze Zeit später an dem morgentlichen Geläut der Kirche nebenan erfreuen. Glücklicherweise läuten die Glocken nur kurz, aber auch nur, um den ersten Pilgerströmen auf der Via Dolorosa die Gelegenheit zu geben, mit ihren fröhlichen Gesängen und geschulterten Kreuzen den ach so authentischen Leidensweg ihres angeblichen Messias zu folgen.
Meine Laune war nach der ersten Nacht im Keller und die Aussicht, dass ich noch zwei weitere Nächte durchhalten musste, trug nicht wirklich zur Hebung meiner Stimmung bei (lediglich der Kauf eines kleinen Wasserkochers für 30₪ und ein Abendessen in der Neustadt konnte das).
Wenn man sich dann aufraffen kann und durch die Horden gläubiger Menschen durchquetscht bzw. diese versucht zu ignorieren (was sehr schwer fällt, wenn sie sich ständig auf den Boden werfen, beten oder dieses dämliche Grinsen auf dem Gesicht haben), kann auch die Altstadt neben göttlichen Heimstätten (oder was dafür verkauft wird) einiges bieten (allerdings auch meist im Zusammenhang mit irgendeiner Religion). So ist in jedem Fall auch ein Besuch der David Stadt (עיר דוד), dem angeblich ersten Siedlungsgebiet der Stadt, zu empfehlen. Da kann man dann durch den ca. 3000 Jahre alten Hezekiah-Tunnels waten (533m lang, bis 70cm Wassetiefe, stockfinster), in dem das Wasser der Gihonquelle in den Shiloach-Teich geleitet wird. Oder man besichtigt die Davids Zitadelle/Turm (מגדל דוד) am Yafo-Tor mit einigen Überresten aus der Zeit des ersten Tempels.
Und schließlich, wenn man gar keine Lust mehr auf Verrückte hat, keine Souvenirs, kitschigste Heiligenbildchen, leuchtende Rosenkränze, “original” Dornenkronen, Menorahs oder geschmacklose Judaica und dergleichen kaufen möchte, lohnt sicherlich auch ein Ausflug in die Neustadt, um das modernere Jerusalem zu besichtigen: Knesset, Israel Museum, Rockefeller Museum und - fast Pflicht - Yad VaShem.
Und um wirklich Abstand von dem ganzen Religionszirkus zu bekommen, kann ich nur einen Besuch im wohl unkoschersten Café-Restaurant in ganz Jerusalem empfehlen, dem Riff-Raff.
Hier bekommt der gestresste Atheist - der bald nicht mehr weiß, ob man nun eine oder keine Kippa tragen, sich seiner Schuhe entledigen/ nicht entledigen muss/darf, um irgendwo reinzukommen - auch ein Schweinesteak, Shrimps und Calamaris!
Nicht, dass ich das Zeug gegessen hätte, aber es war einfach nur herrlich zu sehen, wie so ein paar Leute sich voller Freude über einen leeren Tisch hinsetzen (die anderen Restaurants sind überfüllt mit laut schreienden Amerikanern, die ihr orthodoxes Judentum entdeckt haben und es natürlich gleich übertreiben müssen), die Karte lesen und dann entsetzt aufspringen und fluchtartig die Restauration verlassen.
Man kann sich das Leben eben auch unnötig erschweren ;)
Wer sich das auch mal geben möchte, hier die Adresse:
Riff-Raff / ריף–רף
16 Yoel Solomon Street / יואל סולומון 16
Nahalat Shiva* / נחלת שבעה
(*Stadtteil gleich links der Yafo Street, wenn man aus Richtung Altstadt kommt)
In jedem Fall gilt: Jerusalem ist nicht Israel, genausowenig, wie Paris ein Beispiel für Frankreich ist oder New York für die USA. Im Rest des Landes ist man als Atheist vor der üblen Gefahr einer religiösen Überdosis und dummen Pilgergegrinse sicher ;)




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