Kreationisten auf dem Vormarsch in Europa
Dabei hatte es so gut angefangen: In der Sommersitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Strasbourg (25. bis 29. Juni 2007) sollte ein Bericht über die Gefahren des Kreationiusmus in der Bildung (The dangers of creationism in education) vorgelegt werden.
Aber die Resolution über “Die Gefahren des Kreationismus” wurde im Europarat abgelehnt und von der Tagesordnung gestrichen (mit knappen Mehrheit vornehmlich christdemokratischer Vertreter!) und an den Ausschuss zurückverwiesen.
Guy Lengagne: Rückkehr ins Mittelalter [25/06/2007]
25.06.2007 - Der Berichterstatter des Ausschusses der Versammlung für Kultur und Bildung, Guy Lengagne (Frankreich, SOC), hat am 25. Juni erklärt, er sei ”erstaunt”, ”entsetzt” und ‘’schockiert” über die Entscheidung der Versammlung, seinen Bericht über die Gefahren des Kreationismus in der Bildung an den Ausschuss zurückzuverweisen.
”Für mich ist das ein Manöver jener Menschen, die mit allen Mitteln die Evolutionstheorie bekämpfen und ihre kreationistischen Ideen durchsetzen wollen. Wir erleben hier, wie die Weichen für eine Rückkehr ins Mittelalter gestellt werden, und zu viele Mitglieder dieser Menschenrechts-Versammlung bemerken es nicht.” Europarat Portal
Kreationismus in der Bildung: Ausschuss protestiert gegen Rückverweisung des Berichts [26/06/2007]
Der Kultur-Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung hat den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass sein Bericht ”Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung” auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung der Versammlung im Oktober gesetzt wird. In einer am 26. Juni verabschiedeten Erklärung protestiert der Ausschuss gegen die unübersichtlichen und wahrscheinlich nicht ordnungsgemäßen Bedingungen, unter denen die Abstimmung am 25. Juni stattgefunden hatte, bei der entschieden wurde, den Bericht von Guy Lengagne (Frankreich, SOC) an den Ausschuss zurückzuverweisen. Das Problem des Kreationismus im Unterricht sei eine politisch aktuelle Frage, die diskutiert werden müsse, so der Ausschuss. Europarat Portal
Und ich hatte mich in dem Gedanken gesonnt, dass sowas in Europa nicht mehr möglich sei… so kann man sich irren!
Nebenbei bemerkt: Zwei andere Resolutionen zum Thema Religion wurden hingegen nicht gestrichen:
“State, religion, secularity and human rights” (Doc. 11298) und
“Blasphemy, religious insults and hate speech against persons on grounds of their religion” (Doc. 11296)
Vielleicht liegt das daran, dass diesen beiden nicht unbedingt gegen Religion gehen, sondern teilweise die Bedeutung der Religionen für die europäische Kultur betonen und deren Anhängern einen gewissen Status sichern.

Kommentar schreiben: