Bye bye Kardinal Meisner
Nach Frau Eva H.’s positiven Äußerungen zur Frauen- und Familienpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus, hat sich nun ein gewisser Joachim Meisner - seines Zeichens Kardinal einer größeren christlichen Kultvereinigung - der damaligen Propagandasprache bemächtigt und gesagt: Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet.
Na denn, Kultur ohne diesen Christengott (als Anhänger dieses Kultes muss er den schließlich meinen) ist also “entartet”. Den Ausdruck kennt man doch im Zusammenhang mit der Vernichtung von tausenden Kunstwerken aus der Zeit 1933-’45. Damit hat er seine Position zu Kunst, Kultur und Kult sehr schön definiert, der Kardinal.
Ich werfe ihm sicherlich nicht vor, dass er mit modernen Formen der Kunst nicht zurecht kommt oder sie nicht mag - muss er ja auch nicht, denn das ist subjektiver Geschmack. Es ist ganz einfach seine Wortwahl.
Solche Äußerungen - gerade von Personen, die in gewisser Hinsicht im Licht der Öffentlichkeit stehen - helfen die Ideologie und Ansichten der Nazis wieder salonfähig zu machen.
Aber als B16-Bejubler wird er kaum mit Konsequenzen zu rechnen haben.
Eines möchte ich diesem Herrn dann doch noch zu Gute halten: Er hat erkannt, dass sein eigener Kult sich in einen sinnentleerten Ritualismus verwandelt hat.

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