Jordanien 2007

So, nachdem ich mich endlich ein wenig re-akklimatisiert, an diese kalten Temperaturen gewöhnt habe, ein kurzer Reisebericht zu meinem Jordanienurlaub. Ganz entgegen meiner normalen Gewohnheiten war es eine Gruppenreise - aber da wir insgesamt nur 10 Leute waren, war das ganz angenehm.
Am 15. ging es los - leider ein recht später Flug, sodass wir am ersten Abend nur die Herberge in Amman gesehen haben.

Am ersten “richtigen” Tag ging es auf Ruinen-Besichtigungstour in den Norden des Landes. Erster Punkt auf dieser Tour war das antike Gerasa (heute Jerash).
Danach zu den Ruinen von Gadera - wie Gerasa eine Stadt des Dekapolis-Städtebundes. Besonders schön ist hier der Ausblick auf den Yam Kinnereth/Tiberias und den Golan bzw. Hamat Gader auf israelischer Seite.
Auf der Fahrt zum Toten Meer noch ein Zwischenstopp in Pella (nochmals eine Stadt der Dekapolis). Am Abend endlich ein Sprung ins Wasser und den Sonnenuntergang über Jerusalem genießend, welches keine 40km entfernt liegt.

Am folgenden Tag hatte ich glück und konnte im Licht der aufgehenden Sonne die goldene Kuppel des Felsendoms sehen. Die Besichtigungstour umfasste die angebliche Johanniskirche am Jordan. Hier hatten wir auch das (Un-)Glück eine Taufe im Fluss beobachten zu dürfen - wer allerdings bei so einem Anlass irgendetwas Heiliges erwartet, der wird enttäuscht werden. Dank dünner weißer - und wenn nass - durchsichtiger Gewänder wird das Ganze eher zu einer Peepshow für die Grenzsoldaten. Von möglichen Darmproblemen, falls man Wasser schluckt, mal ganz abgesehen.

Rückfahrt über den (unnötigen) Berg Nebo und wiederum Entspannung pur im Wasser und Schlamm des Toten Meeres. Am Abend dann die große Überraschung: Regen am Toten Meer! Naja, es waren ein paar Tropfen die da vom Himmel fielen, man wurde nicht wirklich nass und konnte im Freien sitzen bleiben.

Am nächsten Morgen dann Weiterfahrt zum ersten Höhepunkt: Petra.
Auf der Fahrt zwei Zwischenstopps: einmal in Macheus, der dritten Herodes-Festung neben Massada und dem Herodeion in Israel. Hier soll angeblich Salome den Kopf von diesem Täufer gefordert haben… gutes Mädchen! Zum anderen in Kerak, mit Besichtigung der Kreuzfahrerburg.

Dann endlich Ankunft in Petra - leider nicht im ehrwürdigen Guesthouse, aber immerhin in 10 Minuten war man zum Eingang des Besucherzentrums gelaufen.
Glücklicherweise haben wir zwei Tage in Petra verbracht, so konnten wir doch recht viel von dem Areal der antiken Stadt sehen (im Gegensatz zu so manch asiatischer Reisegruppe, die lediglich zum sog. Schatzhaus - Khazne al-Firaun - gelaufen sind und dann wieder zurück).

Am ersten Besichtigungstag die Klettertour zum Ed-Deir, dem sog. Kloster, mit seiner beeindruckenden 9m hohen Urne auf der Spitze (Weg zur Urne mittlerweile gesperrt, weil wohl eine Touristin den kurzen Weg zurück genommen hat, sprich abgestürzt ist).
Zum Hohen Opferplatz, Soldatengrab und Gartengrab, die beiden Tempelruinen und in diverse andere kleine Gräber ging es dann am zweiten Tag.

Nach einer letzten morgendlichen Dusche in Petra ging es dann weiter auf T. E. Lawrence’ Spuren ins Wadi Ram. Nach lustiger Jeep-Fahrt und leckerem Tee im Bedouinenzelt wurde der Rest des Tages gewandert.

Es ist einfach herrlich barfuß durch die Wüste zu laufen - kann ich nur jedem empfehlen! Übernachtet wurde dann im Freiem mit - nachdem der Mond endlich untergegangen war - unbeschreiblichem Sternenhimmel.

Nachdem wir dann am nächsten Tag zurück zu den Jeeps gewandert sind ging es zum letzten Punkt der Reise, zum Baden nach Aqaba.

Wenn man so aus der Stille der Wüste kommt, ist der Krach der Stadt fast schon Körperverletzung. Aber es tat auch sehr gut, nach der doch anstrengenden Tour durch den Sand sich im Roten Meer zu entspannen und in der Sonne bei 42° zu räkeln.

Am Abend des nächsten Tages dann zurück nach Amman und nach einer kurzen Nacht zum Flughafen und zurück in die Heimat.

Trotz Gruppenreise muss ich sagen, dass es ein toller Urlaub in einem außergewöhnlichen uns sehr schönes Land ist. Auch wenn man es nicht mit unseren westlichen Standards vergleichen kann, fand ich den fast meterhohen Plastikmüll am Straßenrand störend und die Sauberkeit der Toiletten in Kaffees und Restaurants war eher gewöhnungsbedürftig.

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