Pogromnacht am 9./10. November 1938
Neben all den Berichten über die “Volljährigkeit” des Mauerfalls, nutze ich lieber die Gelegenheit zur Erinnerung an die weniger schönen, nicht feiernswerten Ereignisse: Die Pogromnacht am 9./10. November 1938.
Die nationalsozialistische Reichsregierung nahm das am 7. November 1938 in Paris von dem 17jährigen Herzel Grynszpan verübte Attentat auf den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath zum Vorwand- als ob sie für ihre Verbrechen einen besonderen Anlass gebraucht hätten - für eine ihresgleichen suchende Welle von Gewalt gegen jüdische Bürger.
Die Bilanz des Pogroms, das am 10. November offiziell für beendet erklärt wurde, war erschreckend: Über tausend Synagogen waren abgebrannt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Zwischen 90 und 100 Menschen (z.T. geht man gar von 400 Toten aus) waren erschlagen, niedergestochen, zu Tode geprügelt oder in den Selbstmord getrieben worden. Hinzu kamen unzählige Vergewaltigungen, willkürliche Verhaftungen und Deportationen in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen.
Von den materiellen Schäden in Millionenhöhe (geplünderte und niedergebrannte Synagogen, zerstörte Geschäfte und verwüstete Wohnungen und Häuser) mal abgesehen, welcher den besonderen Unmut in der “arischen” Bevölkerung heraufbeschwor: wie konnte man solche Werte einfach vernichten, wenn man sie sich doch durch die sog. Arisierung einverleiben hätte können?
Reaktionen auf die brutale Verfolgung der jüdischen Mitbürger war eher verhalten. Lediglich ein paar Menschen hatten den Mut ihren bedrängten Mitmenschen Hilfe anzubieten. Die große Mehrheit sah einfach schweigend weg.
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Chronologie des Holocaust

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