Religion und kranker Ehrbegriff
Vor knapp 3 Wochen wurde im “befreiten” und “demokratisierten Irak die 17jährige Rand Abdel-Qader von ihrem Vater wegen der “Familienehre” brutal ermordet: er trampelte auf seiner Tochter herum, würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit und stach schließlich mit einem Messer auf sie ein (unter Mithilfe seiner beiden Söhne!).
Was hat Rand Abdel-Qader getan, um so einen brutalen Tod zu erleiden? Man mag es kaum glauben, ihr Verbrechen war, dass sie mit einem Britischen Soldaten sprach.
Bis heute ist dieser Mann auf freiem Fuß.
In einem Interview mit der Englischen Zeitung “The Observer” berichtet der Kerl freimütig und ohne Reue über seine Tat:
I don’t have a daughter now, and I prefer to say that I never had one. That girl humiliated me in front of my family and friends. Speaking with a foreign solider, she lost what is the most precious thing for any woman.
Our girls should respect their religion, their family and their bodies.
I have only two boys from now on. That girl was a mistake in my life. I know God is blessing me for what I did… My sons are by my side, and they were men enough to help me finish the life of someone who just brought shame to ours.
Bei der Polizei stieß seine Tat auf Verständnis: They are men and know what honour is.
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Seit Januar wurden im Irak über 30 sog. “Ehrenmorde” registriert.
Und wer meint, sowas kommt nur in Ländern weit weg von uns vor, sieht sich getäuscht: In der vergangenen Nacht kam es in Hamburg zu einem ähnlichen Verbrechen. Diesmal musste eine junge aus Afghanistan stammende Frau durch die Hand ihres Bruders sterben. Angeblich weil sie sich von der Familie entfernt habe.
Dieser neue Fall zeigt gleichzeitig, dass “Ehrenmorde” nichts mit Ehre an sich zu tun haben, sondern nur ein idiotisches und brutales Relikt aus archaischen Zeiten darstellen, um Frauen zu unterdrücken: Der mutmaßliche Mörder, der sich so sehr für die “Ehre” seiner Schwester interessierte, war selbst ein Krimineller. Aber männliches unehrenhaftes Verhalten wird natürlich nicht durch diese “Ehren”-Idioten sanktioniert, sondern der Täter wird auch noch zum Helden hochgejubelt.
“Ehrenmorde” ist pure Gewalt, die sich fast ausnahmslos gegen Frauen richtet. Es handelt sich um nichts anderes als einen besonders heimtückischen Mord, der von der Familie als legitimierte Tötung einer Frau durch ein Familienmitglied beurteilt wird, wenn diese im Verdacht steht, den (nicht existenten) “Ehrenkodex” der Familie verletzt zu haben.
Dass “Ehrenmorde” insbesondere in islamischen Ländern verbreitet ist, liegt an der hier ausgeprägten patriarchalen Struktur: Alles ist auf den Mann zentriert und ausgerichtet - die Frau in einer Ehe zum Gehorsam verpflichtet.
Das gilt auch für den Bereich der Sexualität: Der Mann ist der Handelnde, die Frau hat nichts zu tun außer Gehorsam zu leisten. Gleichberechtigung ist in den meisten islamisch geprägten Kulturen - untermauert durch ein “heiliges” Buch, den Koran, z.B. Suren 2,223; 4,34 oder 24,31 - ein Fremdwort, gar Tabu.
Auslöser für einen “Ehrenmord” können dann schon einfache Dinge sein wie von der Norm abweichendes Rollenverständnis und -verhalten, ein bösartiges Gerücht oder eine “Ahnung”, dass die Frau untreu gewesen sei. Das Drama ist, dass die Idioten meinen, die Familienehre beruhe auf der körperlichen Unberührtheit der Frau und diese “Ehre” nur mit dem Blut der mutmaßlichen Schuldigen reingewaschen werden kann.
Mehr Information zu “Ehrenmorden” bei Surgir.

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