Kirche betroffen, aber keiner Schuld bewusst

Abgelegt unter [bugger it] am [29. August 2008 | 28. Av 5768] | [0 Kommentare]

Vielleicht meinte der Leiter des katholischen Ressorts Christ und Welt beim Rheinischen Merkur dieses hier, als er von den “vielen Aufgaben” im “sozialen Bereich” sprach, die die Kirchen übernehmen und “von denen alle Bürger”* profitieren (siehe Eintrag von gestern)?

Dem Zeitungsbericht zufolge gibt es in der betreuten Wohnanlage St. Vinzenz der katholischen Kirche keine Pflegekräfte, keine Rezeption und keine Seelsorge. Lediglich eine Teilzeitkraft habe werktags von 09.00 bis 10.00 Uhr Sprechstunde. Sie sei die einzige Mitarbeiterin in der Anlage und zum Zeitpunkt des Todesfalls im Urlaub gewesen. Eine Vertretung gebe es nicht. Die Kirche sei sich keiner Schuld bewusst. “Eine Urlaubsvertretung ist nicht im Betreuungsvertrag vorgesehen”, sagte der Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, dem “Hamburger Abendblatt”. Er zeigte sich “betroffen, dass so etwas in einer Anlage der Kirche passieren konnte”.

Q:NDR

Hat die Hansestadt etwa kein Geld locker gemacht, damit das Erzbistum eine zweite Pflegekraft oder zumindest eine Vertretung (z.B. Sozialstation) einstellen kann?
Möglicherweise handelt es sich auch nur um die soziale katholische Version von Sterbehilfe?

Ich schlage vor, die “betreute” Wohnanlage statt nach diesem Vinzenz in Mutter Teresa umzubenennen. Passt besser.

* Okay, er sprach nicht von den Bürgern im Norden, nur von denen des Freistaates. Aber katholische Kirche bleibt katholische Kirche, egal wo.

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Konkordat zum Zweiten

Abgelegt unter [bugger it] am [28. August 2008 | 27. Av 5768] | [0 Kommentare]

Oder:

Die Mär der kirchlichen Finanzierung sozialer Projekte

Als Leiter des katholischen Ressorts Christ und Welt der konservativ-christlichen Wochenzeitung “Rheinischer Merkur” muss Rudolf Zewell die von den bayerischen Grünen angezettelte Diskussion um das Konkordat des Freistaates mit den Kirchen natürlich thematisieren.

Nach pflichtgemäßer Auflistung aller Grünen Gräueltaten gegen die armen Gläubigen (Religionsunterricht nicht als Pflichtfach, keine Kreuze mit angenagelten Leichnamen aka Kruzifixe in Klassenzimmern) klärt Zewell den Leser auf, auf welche “Privilegien”* der Kirchen die Grünen nun ihren Angriff starten.

Bei diesen (angeblichen) “Privilegien”, so erfahren wir, handele es sich um die vielen Aufgaben, die die Kirchen im sozialen Bereich übernehmen, von denen alle Bürger im Freistaat profitieren. Um Schulen und Kindergärten und Leistungen für den Denkmalschutz. (Rheinischer Merkur Nr. 35, 28.08.2008).

Tja… was soll man dazu sagen? Es handelt sich hier um das schöne (und abgedroschene) Argument, dass die Kirchen, egal ob katholisch oder evangelisch, all ihre sozialen Projekte selbst finanzierten und das soziale System in Deutschland ohne die beiden Kirchen zusammenbrechen würde. *gähn*

Schön wär es ja, wenn die Kirchen das tatsächlich täten. Aber da vergisst** jemand, dass die sozialen Projekte der Kirchen (egal ob in Bayern oder im restlichen Bundesgebiet) zum größten Teil durch die öffentliche Hand finanziert werden.
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Prügelnde Mönche

Abgelegt unter [Allgemein] am [26. August 2008 | 25. Av 5768] | [0 Kommentare]

Christen aller Konfession behaupten ja immer gerne, dass sie – weil ihr Gott ihnen ganz tolle Gesetze gegeben hat – moralisch besser sind als der Rest der Menschheit, insbesondere besser als jeder Atheist. Die haben nämlich gar kein Gesetz an das sie sich halten müssen und ziehen deswegen auch gerne mal plündernd, vergewaltigend und mordend durch die Gegend. (Memo an mich selbst: nachher noch plündern gehen!)

Blöd nur, dass sich diese moralischen Übermenschen manchmal von ganz irdischen Machtkämpfen heimgesucht werden und diese sie jedes göttliche Gesetz vergessen lässt.

Diese profanen Kloppereien finden nicht nur an “heiligen” Stätten wie der Grabeskirche in Jerusalem statt, sondern auch mal in einem Kloster. Wie neulich im Kloster Decani im Kosovo.

Ein Anlass findet sich immer, sei es nun die unrechtmäßige Benutzung von Türen in der Grabeskirche oder der Machtkampf zwischen konservativen und weniger konservativen Kräften, wie jetzt in der Serbisch Orthodoxen Kirche geschehen:

Der greise noch-Patriarch Pavle (sein voller Titel lautet Erzbischof von Peć, Metropolit von Belgrad und Karlovci, Patriarch aller Serben) liegt seit Monaten im Krankenhaus und so hat sich Amfilohije Radović, (Erzbischof von Cetinje, Metropolit von Montenegro) das Amt an sich gerissen kommissarisch der Ämter angenommen.

Die beiden konnten wohl noch nie gut miteinander* und der Erzbischof gerne den ganz national-konservativen raushängen lässt – insbesondere was die versöhnlicheren Glaubensbrüder im Kosovo angeht – kommt es immer wieder zu Spannungen in der Kirche.

Nachdem der möchtegern Patriarch dann noch den Prior de Klosters Decani und seinen Stellvertreter des Ungehorsams und Aufruhrs beschuldigte und sie absetzen wollte, kam es bei der Übergabe der Entlassungsurkunde zu einem Ausbruch christlicher Nächstenliebe. Mönche des Klosters fielen über den Begleiter des Erzbischofs her und verprügelten diesen unter den Augen ihres göttlichen Gesetzgebers.

Q: taz.de

*Amfilohije hatte sich negativ über die Lehren seines Patriarchen geäußert und meinte, dass der Patriarch irre, wenn er behauptet, dass alle Menschen “Kinder Gottes” seien, denn das sind nur orthodoxe Christen, den Rest kann man nur als “Geschöpfe Gottes” bezeichnen.

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Zitat: Infidelity is not dying

Abgelegt unter [Quotes] am [26. August 2008 | 25. Av 5768] | [Kommentieren nicht möglich]

Orthodoxy dies hard, and its defenders tell us that this fact shows that it is of divine origin. Judaism dies hard. It has lived several thousand years longer than Christianity. The religion of Mohammed dies hard.

Buddhism dies hard. Why do all these religions die hard? Because intelligence increases slowly.

Let me whisper in the ear of the Protestant: Catholicism dies hard. What does that prove? It proves that the people are ignorant and that the priests are cunning.

Let me whisper in the ear of the Catholic: Protestantism dies hard. What does that prove? It proves that the people are superstitious and the preachers stupid.

Let me whisper in all your ears: Infidelity is not dying – it is growing – it increases every day. And what does that prove? lt proves that the people are learning more and more – that they are advancing – that the mind is getting free, and that the race is being civilized. Robert Green Ingersoll (Orthodoxy, 1884)

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Zankapfel Bayerisches Konkordat

Abgelegt unter [bugger it] am [23. August 2008 | 22. Av 5768] | [0 Kommentare]

Am 28. September 2008 wird im Freistaat Bayern ein neuer Landtag gewählt. Wie es aussieht, haben die Grünen – bzw. deren Fraktionsvorsitzender im Landtag, Sepp Dürr – dort ein neues Wahlkampfthema aufgetan: Die Zuschüsse des Landes an die Kirchen. Laut dem 1924 zwischen dem Freistaat und dem Vatikan geschlossenen Konkordat, ist Bayern verpflichtet, die Gehälter leitender kirchlicher Würdenträger, vor allem der Bischöfe, zu bezahlen. Derzeit knappe 60 Millionen Euro, wovon circa 10 Millionen Euro auf die Bezüge der katholischen Bischöfe entfallen.

Das Problem, so Dürr, ist, “dass es in Bayern immer mehr Steuerzahler gibt, die aus der Kirche ausgetreten sind, die aber gleichzeitig für die Würdenträger weiter zahlen.”

Bei 17 Bischöfen und 13 “Rentnern” darf sich jeder selbst ausrechnen, was der bayerische Steuerzahler da pro Bischofsnase im Jahr löhnen darf.

Dürrs Landeschef, Sepp Daxenberger, stellt zudem fest, dass viele Menschen in Bayern [Anm.: wohl auch die meisten Leute im gesamten Bundesgebiet], wissen nichts von diesen Finanzspritzen, “Aber wenn sie davon hören, sagen sie sofort, dass die Kirchen solche Ausgaben aus ihren Kirchensteuermitteln bezahlen sollten.”

Die Position dieser beiden Politiker mag auf den ersten Blick mutig und notwendig erscheinen, aber sie machen Halt bei der staatliche Bezahlung der Religionslehrer, Religionsunterricht oder Gehaltszuschüsse für kirchliche Kindergärtnerinnen. Das sind leider keine Themen.
Gerade diese Zuschüsse und der Umstand, dass die Kirchen dennoch eine Sonderstellung im Arbeitsrecht haben (d.h. fristlose Kündigung, wenn man aus dem Verein austritt), muss ein Thema werden!

Selbstredend ist das für den Ministerpräsident Beckstein alles kein Thema und hält das Ganze für einen Angriff der Grünen auf gläubige Christen, gar die christlich-bayerische Leitkultur. Wieso sollte er auch was anderes denken, als Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern und als Kuratoriumsmitglied des Evangelisierungsvereins ProChrist? Die Evangelische Kirche erhält schließlich auch schlappe 19 Millionen Euro vom (un-)gläubigen Steuerzahler für ihre Einrichtungen und Würdenträger.

Q: Welt online

Nachtrag: Christine Haderthauer (CSU) outet sich natürlich auch gleich als Hardcore-Katholin: TZ “Grüne sollten beichen gehen”

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Schweres Vergehen gegen Glauben und Kirche

Abgelegt unter [bugger it] am [22. August 2008 | 21. Av 5768] | [0 Kommentare]

Oder: Zahlst du Deinen 10ten nicht, verpisse Dich!

Nicht nur ist es “angemessen”, denjenigen Geld abzuknöpfen, wenn sie aus einer Religionsgemeinschaft austreten wollen, es ist natürlich auch erlaubt, dass man diesen Leuten fristlos kündigen darf, wenn sie denn in einer entsprechenden Einrichtung arbeiten.

Wie das rheinland-pfälzische Landesarbeitsgericht in Mainz im Juli diesen Jahres wieder einmal bestätigen durfte, steht den Kirchen im Arbeitsrecht eine Sonderrolle zu (Az.: 7 Sa 250/08).

In dem Urteil heißt es: Nach dem Selbstverständnis der Kirche gehört zu einem loyalen Verhalten einer bei ihr beschäftigten Arbeitnehmerin oder eines bei ihr beschäftigten Arbeitnehmers, dass sie oder er während des Arbeitsverhältnisses nicht aus der Kirche austritt. Der Kirchenaustritt gehört nach Kirchenrecht (Codex juris canonicus = CIC can. 2314) nämlich zu den schwersten Vergehen gegen den Glauben und die Einheit der Kirche. Die Kirche betrachtet den Ausgetretenen als Abtrünnigen und dem Kirchenbann verfallen (CIC can. 2314 § 1 n. 1). Der Kirchenaustritt verträgt sich aus Sicht der Kirche weder mit ihrer Glaubwürdigkeit noch mit der von ihr geforderten vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien (vgl. BVerfG, Beschluss vom 04.06.1985 – BvR 1703/83, 2 BvR 1718/83, 2 BvR 856/84 = AP Nr. 24 zu Art. 140 GG).

Gewissens- und Glaubensfreiheit und das Recht auf Gleichbehandlung gelten in religiösen Einrichtungen nicht. Selbst wenn die Arbeit nichts direkt mit dem jeweiligen Glauben zu tun hat und man keine pastorale oder leitende Tätigkeit ausgeübt und die Kirche nicht aktiv bekämpft.*
Wer bei der Kirche beschäftigt ist, verzichtet also auf Grundrechte!**

Und nicht nur das, was hier den “Abtrünnigen” vorgeworfen wird zugt auch wieder von der Falschheit und Einstellung dieser Organisationen: “aufrichtiges Verhalten” gibt es nur im Rahmen der Zugehörigkeit zum Verein. Wer austritt ist ein schlechter Mensch, dem man nicht mehr vertrauen kann.

Daher mein Aufruf an alle in der Pflege arbeitenden Pflegerinnen, Pfleger, Krankenschwestern und was weiß ich noch alles:
TRETET ALLE AUS DER KIRCHE AUS!

Sollen diese Vereine doch sehen, wie sie ohne euch zurecht kommen!

*pastorale Tätigkeiten und aktiver Kampf gegen die Organisation sehe sogar ich noch als Kündigungsgrund ein
**Zudem zahlt die Kirche auch noch schlechter

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Zitat: Some Reasons Why

Abgelegt unter [Quotes] am [22. August 2008 | 21. Av 5768] | [Kommentieren nicht möglich]

Weil er so schön geschrieben hat, hier noch ein Zitat von Robert Green Ingersoll:

The Old Testament filled this world with tyranny and injustice, and the New gives us a future filled with pain for nearly all of the sons of men.

The Old Testament describes the hell of the past, and the New the hell of the future.

The Old Testament tells us the frightful things that God has done, the New the frightful things that he will do.

These two books give us the sufferings of the past and the future — the injustice, the agony and the tears of both worlds. Robert Green Ingersoll (Some Reasons Why, 1881)

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Kinderficken ja, Schwule segnen nein?

Abgelegt unter [bugger it] am [21. August 2008 | 20. Av 5768] | [0 Kommentare]

Wieder einmal ein Glanzlicht der katholen Bigotterie. Diesmal aus dem Bistum Limburg:

Weil er einem schwulen Paar den “christlichen” Segen gegeben hat, wurde der Bezirksdekan Peter Kollas von seinem christlichen Mitstreiter, dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst, von seinem Amt suspendiert.

Der Bischof meint, es könne der “falsche Eindruck entstehen, dass die Katholische Kirche homosexuelle Lebensgemeinschaften der Ehe gleichstellt”, wenn homosexuelle Paare gesegnet würden. (und wenn dann noch am Ende gar der Verdacht aufkäme, manche katholischen Priester seien – man verzeihe mir das widerliche Wort – “mitmenschlich”… gar nicht auszudenken!)

Hmm… warum nur sind diese scheinheiligen Katholenchefs nicht auch so schnell mit Rauswurf dabei, wenn es um den leidigen Kindesmissbrauch bei ihren Priestern geht? Weil in der Bibel Kinderficken nicht explizit verboten ist?

Vielleicht liegt es aber auch da dran, dass im Vatikanstaat das Mindestalter für sexuelle Kontakte – egal ob mit Männern oder Frauen – bei 12 Jahren liegt und dort eben nicht bestraft wird… man kommt halt so schlecht von den alten Gewohnheiten los, nicht wahr?

spiegel.de

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Zitat: If a man would follow…

Abgelegt unter [Quotes] am [20. August 2008 | 19. Av 5768] | [Kommentieren nicht möglich]

If a man would follow, today, the teachings of the Old Testament, he would be a criminal. If he would follow strictly the teachings of the New, he would be insane. Robert Green Ingersoll

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Kreationistisches Zitieren

Abgelegt unter [Allgemein] am [16. August 2008 | 15. Av 5768] | [0 Kommentare]


Cectic

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