Ganz entgegen meinen sonstigen Angewohnheiten bin ich bzw. sind wir diesen Urlaub in Europa geblieben. Gleich geblieben ist lediglich, dass wir nicht an einem Ort geblieben sind – schließlich heißt es “Reisen” und nicht “Festsitzen an einem Ort”.
04/08/2009
Am frühen Morgen ging es los: Via Strassbourg, Colmar und Belfort zum ersten Zwischenstopp in Besançon, der Hauptstadt des Departements Doubs (25) und Hauptort der Region Franche-Compté.
Ein Großteil der Stadt bzw. der Festungsanlagen gehört seit dem letzten Jahr – dem 300. Todestag von Vauban – zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Geschichtlich interessant ist die Stadt für unsere Gegend auch deshalb, weil sie 1664 im Tausch gegen die Stadt Frankenthal an Burgund kam.
Nach Besichtigung der Festungsanlage und der Altstadt (inklusive eines kleinen Mittagessens) ging es weiter zu unserem Tagesziel Vichy.
Vichy, am Beginn der Auvergne im Département Ailler (03) gelegen und angeblich das Heilbad in Frankreich ist wohl am ehesten bekannt als Regierungssitz des unbesetzten Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs.
Nach dem Einchecken im Hotel noch schnell durch die Stadt und die Hauptsehenswürdigkeiten – Salle des Sources, Grand Casino, l’Opéra…- mitgenommen und in einer kleinen Brasserie was gegessen.
05/08/2009
Nach ausgiebigem Frühstück im ehemaligen Wintergarten des Hotels noch ein paar Besorgungen gemacht und dann Weiterfahrt.
Insgesamt lässt sich für Vichy festhalten: Der Glanz als Kurbad ist schon einige Zeit her und nur noch mehr Schein als Sein. Was geblieben davon ist, sind schöne Parkanlagen ein gewisser Charme und viele Jugendstil-Häuser. Ansonsten… na ja… für eine Übernachtung ist es nett – für länger Geschmackssache.
Erster Besichtigungsstopp nach Vichy: die aus schwarzem Vulkangestein erbaute Stadt Clermont-Ferrand im Département Puy-de-Dôme (63).
Nach einem Kaffee in die gotische Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption. Danach noch durch die Gassen der Altstadt zur romanischen Kirche Notre-Dame-du-Port (Port ist meint hier nicht Hafen, sondern Sumpf).
Dann Weiterfahrt zum 1465m hohen Puy-de-Dôme, inmitten der Wasser-Werbung-Vulkan-Landschaft – wie leider tausende Franzosen auch. Glücklicherweise fährt ein Busshuttle bis zur Spitze, sodass auch Berghasser wie ich die Aussicht genießen können.
Neben wzunderschöner Aussicht sind die Ruinen eines alten Merkurtemples auf dem Berg besonders interessant.
Nach einem kleinen pique-nique auf den Überresten der alten kultstätte wieder runter vom Berg und über Orcival (natürlich mit Besichtigung der romanischen Wallfahrtskirche Kirche) nach St. Nectaire (ebenfalls mit Besichtigung einer romanischen Kirche.. gähn).
Schließlich über die Autobahn nach St. Flour – Département Cantal (15) – zu unserem Hotel, einem kleinen Häuschen unterhalb der Stadt.
06/08/2009
Besichtigung der Oberstadt von St. Flour und dann weiter. Vorbei an der von Gustave Eiffel entworfenen Pont du Gabarit (fertiggestellt 1884) und über die 2004 eröffnete Autobahnbrücke, dem Viaduc de Millau, nach Montpellier im Département Hérault (34).
Eine an sich ganz nette Stadt, die mir aber so nicht wirklich gut gefallen. Aber es gab da auch einen Höhepunkt: eine wunderschöne Mucha-Ausstellung im Musée Fabre, die wir uns nicht entgehen lassen konnten.
Nach Kaffee und Sandwich ging es (dummerweise via La-Grande-Motte) weiter zum Hotel in Lunel. Will heißen: Fahrt entlang des Mittelmeer-Parkplatzes mit Strand… sofern man den sieht.
Lunel ist auch nicht gerade vielsagend und daher im Hotel zur Abkühlung noch schnell in den Pool und dann ab nach Aigue Mortes zum Abendessen.
07/08/2009
Von Lunel aus Fahrt nach Nîmes, dem antiken Nemausus – und Besichtigung des Maison Carrée, der Arena und des Tour Magne. Von letzterem hat man eine tolle Aussicht über die gesamte Stadt, d.h. wenn man beim Erklimmen der Treppe seine Hohe-Treppen-mit-niedrigen-Geländer-Panikattacken im Griff hat.
Nach iner kleinen Kaffeepause weiter zur Pont du Gare, dem wunderbar erhaltenen römischen Aquädukt über gleichnamigen Fluss (in dem ich auch geschwommen bin).
Schließlich über Beaucaire / Tarascon nach Arles.
Auch hier zuerst Besichtigung der römischen Überreste: Amphitheater und der spärlichen Theater-Ruinen. Dann die Kirche St Trophime und den dazugehörigen Klosterkreuzgang. Hier gab es auch diese erschreckende und zugleich großartige Ausstellung Without Sanctury.
Danach zurück nach Lunel ins Hotel.
08/08/09
Nach ausgiebigem Frückstück und schnellem Kofferpacken über die Autobahn nach Orange. Besichtigung des römischen Theaters und Fahrt um den leider im Baugerüst steckenden Triumphbogen.
Dann schnell weiter nach Avignon. Kaffee gegenüber dem ehemaligen Papstpalast (und den dann auch besichtigt) und nach einem Kurzbesuch – der Brechreiz den eine Gruppe selig schauender Pilger bei mir auslösen kann hat Schlimmeres verhindert – in der Marenkirche nebenan, tanzend und singend auf berühmt berüchtigte Brücke bzw. deren Überreste: die Pont Saint Bénezet.
Noch schnell ein Sandwich und dann weiter zur Besichtigung einer weiteren Bastion christlichen Lebens in Frankreich: der Abbaye Notre Dame de Sénanque. Die Führung durch die seit einigen Jahren wieder bewohnte Abtei wurde von einem sehr frömmelnden frommen jungen Mann gemacht… das ich nicht noch mit Weihwasser bespritzt wurde… an diesem Tag hatte ich in jedem Fall meine Kirchenvergiftung!
NAch dem traumatischen Erlebnis ging es dann endlich zu unserer neuen Unterkunft inmitten des Nirgendwo, in der “Nähe” von Oraison im Département Alpes-de-Haute-Provence (04).
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