Tzom Gedalia gehört zu den kleinen Feiertagen und ist ein jüdischer Fastentag, der an die Ermordung des Statthalters Gedaliah durch Yishmael Ben Netaniah in Mizpah erinnert.
Gefastet wird von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.
Nach der Zerstörung Jerusalems (etwa 587 v.u.Z.) ernannte Nebukadnezar II. Gedaliah zum Statthalter Judas (dem antiken Königreich im Süden Israels). Gedaliah überzeugte die Menschen mit dem Wiederaufbau anzufangen und Felder anzulegen, um eine gewisse Sicherheit herzzustellen. Das, die zuvor geflohen in Nachbarländer geflohen waren, kehrten daraufhin zurück und siedelten sich in Mizpah an.
Unter den Flüchtlingen war auch Yishmael, Sohn des Netaniah, einem Nachkommen des Königshauses von Zedekiah, dem letzten König von Juda. Baalis, der König von Ammon, beobachtete das Wiederaufleben seines Nachbarn mit missfallen und ermunterte Yishmael Gedaliah zu töten.
Gedaliah wurde vor einem möglichen Anschlag gewarnt, wollte diesen Gerüchten aber keinen Glauben schenken. So wurden Gedaliah und die meisten seiner Anhänger sowie einige Babylonier von Yishmael und seinen Männern ermordet.
Aus Furcht vor einem Racheakt Nebukadnezars (schließlich wurde sein Stellvertreter von einem Juden ermordet) flohen die Verbliebenen nach Ägypten. Damit hörte auch das Reich Juda auf zu existieren.
Um der Ermordung Gedaliahs und deren Folgen zu erinnern und zu betrauern wurde der dritte Tag des Monats Tishri als Gedenktag eingesetzt (obwohl da Attentat wahrscheinlich am ersten Tishri stattgefunden, dann gäbe es allerdings Probleme mit Rosh Hashanah).