Wunderschöner Artikel auf sueddeutsche.de zum Thema wie die Moral in die Welt kam und die Religion dafür auch nicht gebraucht wird: Wie kam die Moral in die Welt?
Lesenswert!
Wunderschöner Artikel auf sueddeutsche.de zum Thema wie die Moral in die Welt kam und die Religion dafür auch nicht gebraucht wird: Wie kam die Moral in die Welt?
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Klingt abartig? Ist es auch, aber Praxis in Ländern wie Saudi Arabien oder auch Bangladesh.
Wenn man in Saudi Arabien von einem Kollegen vergewaltigt und seinem Chef wegen außerehelichem Sex den Behörden übergeben und dann im Knast eine Fehlgeburt hat, drohen schnell 100 Peitschenhiebe.
In Bangladesch bekommt man 101 Peitschenhiebe, wenn man auf Grund dieses Verbrechens schwanger wird.
Wieso lässt frau sich auch mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr zwingen und wird auch noch schwanger? Keine Moral mehr in diesen jungen Dingern!
Dem Vergewaltiger dagegen wird gerne verziehen – ist ja auch so ein richtiger Kerl.
Dahinter steht keinerlei religiöse Moral, es ist einfach nur widerlich.
Ich plädiere in solchen Fällen für Eier und Schwanz abhacken. Nicht nur bei dem Täter, sondern auch bei diesen moralisch hochgebildeten “Richtern”.
But religious morality is not merely irrelevant, it is anti-moral. The great moral questions of the present age are those about human rights, war, poverty, the vast disparities between rich and poor, the fact that somewhere in the third world a child dies every two and a half seconds because of starvation or remediable disease. The churches’ obsessions over pre-marital sex and whether divorced couples can remarry in church appears contemptible in the light of this mountain of human suffering and need. By distracting attention from what really counts, and focusing it on the minor and anyway futile attempt to get people to have sex only when the church permits, harm is done to the cause of good in the world. A.C. Grayling (Morality and the Churches)
Rudi Boa wurde im vergangenen Jahr im australischen Bundesstaat New South Wales das Opfer eines gläubigen Kreationisten.
Gemeinsam mit seiner Begleiterin und Lebensgefährtin diskutierte er mit dem Täter das Thema Evolution/Kreationismus. Nachdem die Diskussion außer Kontrolle geriet, wurde er von seinem Kontrahenten, einem damals 31jährigen Briten, erstochen.
Letzte Woche wurde nun der Täter wegen Totschlags zur Höchststrafe von 5 Jahren Haft verteilt.
Der Richter begründete die Strafe mit den Worten: “I do not believe that he took aim but rather thrust out,” und meinte weiter: “I think he knew that the knife was in his hand … but he did not actually turn his mind to the potentially serious consequences of doing this”. Denn angeblich sei der Verurteilte “… a person of good character and the offence is a complete aberration.”
Nunja… wahrscheinlich von so gutem Charakter wie der “christliche” Kommentator bei
Scientia Natura: Evolution and Rationality: “As a Christian he has a clear sense of morality and will know that what he has done is wrong. That is not necessarily true of a Darwinist who just has borrowed morality that can change with the wind. For that reason a Christian criminal should receive a lighter sentence than an unbeliever.”
Diese ungemein beruhigenden Worte muss man auf sich wirken lassen: als Christ hat man – im Gegensatz zu ungläubigen “Darwinisten”- also eine klare Vorstellung davon, was gut und was schlecht ist. Sie wissen zudem – im Gegensatz zu ungläubigen “Darwinisten” – auch noch , dass sie etwas Schlechtes getan haben und dafür sollten weniger hart bestraft werden…
Ein schönes Beispiel für die Bigotterie “christlicher Moral” – diese Leute können alles so drehen, dass es in ihr wirres und wirklichkeitsfremdes Weltbild passt.
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Die Frau ist gut, deswegen nochmals ein paar Zitate von ihr:
Der Papst hält sich für unfehlbar auch in Moralfragen und erlaubt sich jede Einmischung auf diesem Gebiet. Ich höre auf den katholischen Fernsehsendern Abend für Abend das Gejammer entweder des Papstes oder seiner bischöflichen Claqueure, dass nicht genügend Priesterberufungen erfolgen, weil angeblich die Familie durch die Homosexuellenpartnerschaften bedroht ist. Familienfeindlich ist aber vielmehr das vatikanische Junggesellenreservat. Die Familie geringschätzend ist der Papst.
Uta Ranke-Heinemann
Papst Benedikt XVI. hat zwar auf dem “Weltkongress gegen die Todesstrafe” in diesem Jahr in Paris am 15. März dazu aufgerufen, die Todesstrafe abzuschaffen. Aber die Kirche selbst befürwortet die Todesstrafe nach wie vor: Weltkatechismus 1992, Nr. 2266, lateinische Fassung 1997, Nr. 2267 und Kompendium des Katechismus von Benedikt XVI. 2005, Nr. 469.
Statt nur zur Abschaffung der Todesstrafe “aufzurufen”, hätte er beim Papstbesuch von Bush am 10.6.07 auf einer Abschaffung der Todesstrafe bestehen sollen. Aber er und Bush gehen vor nach dem Motto: je ungeborener, ja ungezeugter der Mensch, desto schützenswerter ist er. Und deswegen wurde auch bei diesem Bushbesuch der Irakkrieg nicht einmal erwähnt.Uta Ranke-Heinemann
Aber die Menschwerdung auf den Augenblick der Empfängnis festzulegen und sogar jede Verhütung, z.B. Kondome usw. “gleichermaßen zu verdammen” (Pillenenzyklika Humanae Vitae 1968, Kapitel 14., von Kardinal Karol Wojtyla eingeflüstert), das geschieht nicht aus Sorge um Menschenleben, sondern aus 2000-jähriger Sexual- und Frauenfeindlichkeit.Uta Ranke-Heinemann
Es ist für viele Menschen leichter, an alle möglichen Wunder, insbesondere an Marienerscheinungen zu glauben, als das zu tun, was Jesus predigte: “Keine Vergeltung und den Feinden Gutes tun.”Uta Ranke-Heinemann
Das ganze Interview kann man nachlesen in der Online-Ausgabe des österreichischen Der Standard.
und damit auch noch die Gegenseite zu Wort kommt, ein Zitat von Herrn Ratzinger, nachdem zwei Pilger beim Wallfahren das zeitliche gesegnet haben:
Ich bin mir sicher, dass die Muttergottes sie direkt zum Herrn geführt hat.Joseph Alois Ratzinger alias Benedikt XVI.
oder wie war das noch?
In Riekofen (Landkreis Regensburg) ist am gestrigen Freitag ein katholischer Pfarrer wegen Verdacht auf Missbrauch verhaftet worden. Angeblich hat er sich nämlich an einem ihm anvertrauten – und wohl auch ihm vertrauenden – Ministranten mehrere Jahre lang sexuell vergangen.
Aber das ist ja noch nicht alles: Der liebe Herr Pfarrer war bereits wegen Kindesmissbrauchs in seiner alten Gemeinde zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Dennoch hat sich das Bistum Regensburg seiner erbarmt und den guten Mann einfach mal schnell auf eine andere Stelle versetzt. Dort durfte er dann wieder seinem Seelenfängersorgergeschäft nachgehen, auch mit den lieben Kinderlein.
Angeblich werden – entsprechend einer Leitlinie der Deutschen Bischofskonferenz – Pfarrer, die wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger auffällig geworden sind, keine Arbeit mehr bekommen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben.
Nicht dumm, hat sich das Bistum Regensburg ein Gutachten über die pädophilen Neigungen ihres Vertreters anfertigen lassen und erklärt, dass der Kerl nach einer Psychotherapie geheilt sei, man ihn also bedenkenlos wieder auf Kinder loslassen kann.
Von was träumen diese Leute eigentlich nachts? Können die überhaupt noch schlafen?
Klingt für mich so, als ob man einen Ex-Alkoholiker eine Stelle in einer Schnappsbrennerei gibt und darauf vertraut, dass der Kerl trocken bleibt.
Die Therapie hat vielleicht ihre Wirkung gehabt, aber wenn man ständig mit dem Objekt seiner Begierde konfrontiert wird, ist ein Rückfall eben nicht unmöglich, sondern eher wahrscheinlich.
Wie diese hochmoralischen Kirchenväter mit solchen “Einzelfällen” umgehen – sind bei dem Verein ja immer nur Einzelfälle – sieht man auch bei dem Fall im Bistum Würzburg.
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