Autoritarismus

Abgelegt unter [bugger it] am [24. November 2009 | 7. Kislev 5770] | [0 Kommentare]

Autoritarismus im 21. JahrhundertMittlerweile kennt wohl jeder die Experimente von Stanley Milgram oder Philip Zimbardo (Stanford-Prison-Experiment) und wundert sich, wie schnell es dazu kommen kann, dass man jegliche Skrupel und das eigenverantwortliche Denken abschaltet.

Bob Altemeyer von der University of Manitoba hat 30 Jahre Forschung zum Thema Autoritarismus zusammengetragen und in einem Buch “The Authoritarians” online als PDF zum freien Download zur Verfügung gestellt.

Lesenswert!

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Warum manche Länder religiöser als andere sind

Abgelegt unter [Allgemein] am [10. Juli 2009 | 18. Tammuz 5769] | [0 Kommentare]

Tom Rees von Epiphenom hat einen wunderbaren Artikel zum Thema Religiosität veröffentlicht: Why some countries are more religious than others.

Kurz: Welche sind die Faktoren die Religiosität in verschiedenen Ländern bedingen? Liegt es an höherer Bildung oder liegt es daran, dass die Übernahme von sozialen Einrichtungen durch den Staat die Wichtigkeit religiöser Ideen verringert? Oder spielen andere Faktoren (ebenfalls) eine Rolle für die Religiosität in einem Land?

In seiner Analyse der Daten von über 50 Ländern konnte Rees zeigen, dass eine überdurchschnittlich hohe persönliche Religiosität (Häufigkeit zu beten) insbesondere durch eine geringe Lebenserwartung, höhere Kindersterblichkeit, höherer Anteil von Gewalttaten, mehr Korruption, höhere Abtreibungsraten und weniger Frieden bestimmt wird, also große soziale Misstände herrschen.

Die Studie erklärt weshalb Wohlstand in einigen Ländern mit dem Grad der Säkularisation zusammenhängt. Religiosität wird nicht einfach durch den durchschnittlichen Wohlstand bestimmt, sondern durch die Verteilung dieses Wohlstandes in der Gesellschaft und das Ausmaß inwiefern dieser Wohlstand dazu genutzt wird, die individuelle Sicherheit zu verbessern.

Weiterhin konnte Rees zeigen, dass Religion als ein Indikator für den Zustand der Gesellschaft darstellt: Je “kranker” die Gesellschaft, desto religiöser ist/wird sie.
Religion wirkt dabei auf der persönlichen Ebene als eine Art Abwehrreaktion auf die wahrgenommenen sozialen Missstände – allerdings kann diese Religiosität diese Missstände nicht verbessern.

Der gesamte Artikel findet sich unter:
Rees, TJ (2009). Is Personal Insecurity a Cause of Cross-National Differences in the Intensity of Religious Belief? Journal of Religion and Society, 11

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Heiße Getränke – Warme Gefühle

Abgelegt unter [Allgemein] am [25. Oktober 2008 | 26. Tishri 5769] | [0 Kommentare]

If you want someone to warm to you give them a steaming hot drink, so das Ergebnis einer neuen psychologischen Studie.

Versuchspersonen die ein Heißgetränk in ihren Händen hielten, während sie ins Labor geführt wurden, bewerteten fremde Menschen als warmherziger und vertrauenswürdiger ein, als Versuchspersonen, die ein kaltes Getränk hielten.

Zu Erklären ist das Ganze wohl durch simple klassische Konditionierung: Die Wahrnehmung von Wärme ist angenehmer als die von Kälte – hat man also ein angenehmes Gefühl, so wird dies auf ein anderes Objekt übertragen.

Zwar scheint dieser Effekt keinen Einfluss auf die Bewertung anderer Persönlichkeitseigenschaften der fremden Person auszuüben, aber die Wärme/Kälte des Getränks beeinflusst den Egoismus der Versuchsperson.

In einer weiteren Studie wurden die Versuchspersonen mit Wärme/Kälte in Kontakt gebracht und konnten danach zwischen zwei Gratifikationen wählen: Getränkegutschein für sich selber oder ein Geschenk für einen Freund.

Diejenigen, die das Wärme-Priming bekamen, entschieden sich häufiger für ein Geschenk für einen Freund und nicht für ein Geschenk für sich selbst (im Gegensatz zu den Versuchspersonen, die mit Kälte in Berührung kamen).

Q: Williams, L. E., & Bargh, J. A. (2008, 24 October). Experiences of physical warmth influence interpersonal warmth. Science, 322, 606-607. PDF

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Sind religiöse Menschen die besseren Menschen? (Nachtrag)

Abgelegt unter [bugger it] am [6. Oktober 2008 | 7. Tishri 5769] | [0 Kommentare]

Auch das “christliche” Medienmagazin PRO hat über die Studie von Norenzayan und Shariff geschrieben. Wäre ja auch nur zu verwunderlich, wenn sie sich diesen Brocken entgehen lassen würden.
Aber irgendwie haben die PRO-Autoren einen wichtigen Teil der Studienergebnisse unterschlagen vergessen, auf den ich gerne nochmals hinweise:

Finally, we showed that implicit activation of concepts related to secular moral institutions restrained selfishness as much as did religious suggestion. Azim F. Shariff and Ara Norenzayan (2007)

Bei PRO liest man lediglich, dass offenbar die Präsenz von Religion etwa durch Symbole und regelmäßige Gebete eine Rolle spielt – die Rolle von säkularen Konzepten verschweigen sie.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt… wahrscheinlich hatten die Autoren beim Schreiben nicht das Gefühl, es gebe ein moralisch übergeordnetes Wesen, welches den Menschen helfen soll, sich moralisch besser zu verhalten.
Oder sie Situation war einfach zu anonym, denn immerhin weisen die Autoren darauf hin, dass sich religiöse Menschen in anonymen Situation auch nicht besser verhalten als nichtreligiöse.

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Sind religiöse Menschen die besseren Menschen?

Abgelegt unter [Allgemein] am [4. Oktober 2008 | 5. Tishri 5769] | [0 Kommentare]

PsychologieDiese Frage wird immer wieder gestellt und in vielen Untersuchungen kam man zu dem Ergebnis, dass hier ein Zusammenhang besteht, d.h. religiöse Menschen sozial engagierter, bescheidener und ehrlicher sind.

In einer Anaylse von Studien aus 30 Jahren Sozialforschung, haben zwei Psychologen der University of British Columbia, Azim F. Shariff und Ara Norenzayan, dieses Thema wieder einmal angegangen.

Auch sie sehen eine Verbindung zwischen Religiosität und prosozialem Verhalten. Allerdings mit der Einschränkung, dass diese Verbindung vor allem in solchen Situationen auftritt, in denen es um das eigene Ansehen geht oder religiöse Konzepte aktualisiert wurden:
Religious people are more likely than the non-religious to engage in prosocial behavior – acts that benefit others at a personal cost – when it enhances the individual’s reputation or when religious thoughts are freshly activated in the person’s mind.1

In einer 2007 veröffentlichten Studie2 konnten Shariff und Norenzayan bereits nachweisen, dass implicit activation of concepts related to secular moral institutions restrained selfishness as much as did religious suggestion.

Im ersten Experiment mussten die Versuchspersonen (VP) 10 Dollar aufteilen, wobei ihnen überlassen wurde, wieviel sie für sich behielten und wieviel sie mit einem anonymen Mitspieler teilen wollten.
Die VP der Testgruppe wurden zuvor gebeten Sätze mit religiösen Inhalten zu ordnen, die VP der Kontrollgruppe machten dies mit nicht-religiösen Sätzen.
Ergebnis: Über 60% der VP der Testgruppe mit religiösem Priming (d.h. Bahnung für bestimmte Gedächtnisinhalte – man könnte auch sagen durch Konditionierung) gab dem anonymen Mitspieler 5 oder mehr Dollar. In der Kontrollgruppe waren es lediglich 22%.

In der zweiten Studie wurde die Stäreke des religiösen Primings in Bezug zu säkularem Priming untersucht. Wie bereits im ersten Experiement wurden den VP Sätze mit religiösem Inhalt zum sortieren gegeben, der Kontrollgruppe jedoch diesmal Sätze mit Konzepten wie zivile Verantwortung und soziale Gerechtigkeit vorgelegt.
Ergebnis: Beide Gruppen erzielten beinahe identische Ergebnisse!

Mit anderen Worten, säkulare Konzepte können ebenso wie religiöse positiv auf das gezeigte prosoziale Verhalten wirken. Eine Gottheit ist keine notwendige Voraussetzung.

1Azim F. Shariff and Ara Norenzayan: The Origin and Evolution of Religious Prosociality, Science (Vol. 322. no. 5898, pp. 58-62)

2Azim F. Shariff and Ara Norenzayan (2007): God Is Watching You: Priming God Concepts Increases Prosocial Behavior in an Anonymous Economic Game, PSYCHOLOGICAL SCIENCE, Vol. 18 no. 9, pp. 803-809 (PDF)
(baut auf der master thesis von Shariff auf).

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Politische Einstellungen und physiologische Eigenschaften

Abgelegt unter [Allgemein] am [20. September 2008 | 20. Elul 5768] | [0 Kommentare]

AngstAuf der einen Seite ist es witzig und bestätigt in gewisser Weise mein Vorurteile gegenüber politisch konservativ eingestellten Menschen, auf der anderen Seite ist doch erschreckend.

Ganz einfach ausgedrückt: Wie Menschen auf Gefahren-/ Schreckreize reagieren, lässt auf ihre politische Einstellung schließen.

So zumindest wollen es John Alford, Professor für Politikwissenschaften an der Rice University in Houston, Texas, und sein Forscherteam herausgefunden haben.

Im ersten Schritt wurden 1.310 Versuchspersonen per Zufall ausgewählt und gebeten einen Fragebogen zu ihrer politischen Einstellung, Persönlichkeitsmerkmalen und demographischen Merkmalen auszufüllen.

Aus dieser ersten Befragungswelle waren 46 Personen bereit sich auch am zweiten Untersuchungsschritt zu beteiligen. Ihnen wurden 33 Bilder gezeigt, unter denen sich drei Motive befanden, die die Probanden erschrecken sollten (eine Spinne auf dem Gesicht eines verängstigten Menschen, einen Verletzten mit blutigem Gesicht und Maden in einer offenen Wunde) und drei Bilder mit positivem Inhalt (ein Häschen, eine Schale mit Früchten und ein fröhliches Kind).
In einem weiteren Test spielten die Versuchsleiter verschiedene Geräusche ein, um Reaktionen auf laute, überraschende Klänge zu messen.

Während die Versuchspersonen die Bilder gezeigt bzw. die Geräusche vorgespielt bekamen, wurden verschiedene physiologische Reaktionen gemessen (z.B. Veränderung der Hautleitfähigkeit, Pupillenreaktionen).
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Psychologie und Religion

Abgelegt unter [Allgemein] am [2. September 2008 | 2. Elul 5768] | [0 Kommentare]

So ist bekannt, dass die Berufsgruppe der Psychologen die am wenigsten religiöse ist (vgl. Wulff, 1997). Diese Abneigung gegenüber einer religiösen Weltanschauung trägt sicherlich zum wissenschaftlichen Desinteresse bei. Epistemologisch ist die Mainstream-Psychologie einer positivistischen Haltung verpflichtet.Tatjana Schnell, Dissertation

Wulff, D.M. (1997). Psychology of Religion. New York: John Wiley & Sons, Inc.

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Weinkenner

Abgelegt unter [bugger it] am [26. Februar 2008 | 20. AdarI 5768] | [0 Kommentare]

Das Ergebnis einer Studie des California Institute of Technology und der Stanford Business School muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, es ist einfach zu köstlich:

Der Preis einer Weines bestimmt, ob der Wein als angenehm oder unangenehm im Geschmack bewertet wird.

Die 20 Versuchspersonen berichteten übereinstimmend, dass sie den Geschmack des 90$ teuren Weines dem des 5$-Weines, den Wein für 45$ dem Wein für nur 35$ vorzogen, auch wenn es sich dabei jeweils um den selben Wein handelte!

Ranking: Preis und GeschmackRanking: Preis und Geschmack
CalTech, Stanford

Gestützt werden die Ergebnisse dieses Geschmackstests durch die gleichzeitig durchgeführten Hirn-Scans (FMRI = functional magnetic resonance imaging). Es konnte damit gezeigt werden, dass die Änderung des Preises das assoziierte Geschmacksempfinden (angenehm/unangenehm) beeinflussen kann.

Auswertung FMRIAktivität im Lustzentrum des Gehirns: Die Aktivität ist deutlich größer, wenn die Probanden glaubten, dass der Wein 90$ (grüne linie) statt 10$ (blaue Linie)kostet.
CalTech, Stanford

Grund: Bei angeblich teuren Weinen wird mehr Blut und Sauerstoff in den Teil des Gehirns geleitet, der bei angenehmen Reizen aktiv ist (medial-orbitofrontaler Cortex).

Q: Caltech Media Relations

Na denn: PROST!

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Interessant *gähn*

Abgelegt unter [Privates|Job] am [12. Juni 2007 | 26. Sivan 5767] | [0 Kommentare]

Als Mitglied im Berufsverband geht man halt manchmal doch zu Veranstaltungen des selben, insbesondere wenn sie um die Ecke stattfinden. Das Thema klang ja auch recht interessant: Der demografische Wandel in Deutschland und die Konsequenzen für die Marktforschung/Marketing, mit Schwerpunkt auf der Shell-Jugendstudie 2006. Interessant auch deswegen, weil von einem (Mit-)Autor der Studie vorgetragen. Leider lässt das (wie so oft!) keine Rückschlüsse über die Qualität des Vortrages zu.
Er war langweilig bis (extrem) einschläfernd und jeder – bis auf die erste Reihe, die hatten keine Chance – hatte wohl nach 15 Minuten abgeschalten und nicht mehr zugehört. Gut, es gab ein oder zwei interessante Punkte, die aber durch ständiges wiederholen auch nicht die Aufmerksamkeit groß steigern konnten (es sollte ja auch aussreichen, einen Punkt einmal zu erläutern und nicht noch fünfmal auf eine andere Art). Irgendwann gewann ich auch den Eindruck, dass der gute Mann mehr das Thema “ich habe das herausgefunden, aber andere wollen meine Interpretation der Ergebnisse nicht einsehen und entsprechend handeln” zum Inhalt hatte.
Schade.

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Requiescat In Pace

Abgelegt unter [bugger it] am [2. April 2007 | 14. Nisan 5767] | [0 Kommentare]

Schade, nun ist Paul Watzlawick tot.
Ich habe seine Bücher geliebt, insbesondere “Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien” (P. Watzlawick, J.H. Beavin, D.D. Jackson) und “Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen.”

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