Diese Frage wird immer wieder gestellt und in vielen Untersuchungen kam man zu dem Ergebnis, dass hier ein Zusammenhang besteht, d.h. religiöse Menschen sozial engagierter, bescheidener und ehrlicher sind.
In einer Anaylse von Studien aus 30 Jahren Sozialforschung, haben zwei Psychologen der University of British Columbia, Azim F. Shariff und Ara Norenzayan, dieses Thema wieder einmal angegangen.
Auch sie sehen eine Verbindung zwischen Religiosität und prosozialem Verhalten. Allerdings mit der Einschränkung, dass diese Verbindung vor allem in solchen Situationen auftritt, in denen es um das eigene Ansehen geht oder religiöse Konzepte aktualisiert wurden:
Religious people are more likely than the non-religious to engage in prosocial behavior – acts that benefit others at a personal cost – when it enhances the individual’s reputation or when religious thoughts are freshly activated in the person’s mind
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In einer 2007 veröffentlichten Studie2 konnten Shariff und Norenzayan bereits nachweisen, dass implicit activation of concepts related to secular moral institutions restrained selfishness as much as did religious suggestion
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Im ersten Experiment mussten die Versuchspersonen (VP) 10 Dollar aufteilen, wobei ihnen überlassen wurde, wieviel sie für sich behielten und wieviel sie mit einem anonymen Mitspieler teilen wollten.
Die VP der Testgruppe wurden zuvor gebeten Sätze mit religiösen Inhalten zu ordnen, die VP der Kontrollgruppe machten dies mit nicht-religiösen Sätzen.
Ergebnis: Über 60% der VP der Testgruppe mit religiösem Priming (d.h. Bahnung für bestimmte Gedächtnisinhalte – man könnte auch sagen durch Konditionierung) gab dem anonymen Mitspieler 5 oder mehr Dollar. In der Kontrollgruppe waren es lediglich 22%.
In der zweiten Studie wurde die Stäreke des religiösen Primings in Bezug zu säkularem Priming untersucht. Wie bereits im ersten Experiement wurden den VP Sätze mit religiösem Inhalt zum sortieren gegeben, der Kontrollgruppe jedoch diesmal Sätze mit Konzepten wie zivile Verantwortung und soziale Gerechtigkeit vorgelegt.
Ergebnis: Beide Gruppen erzielten beinahe identische Ergebnisse!
Mit anderen Worten, säkulare Konzepte können ebenso wie religiöse positiv auf das gezeigte prosoziale Verhalten wirken. Eine Gottheit ist keine notwendige Voraussetzung.
1Azim F. Shariff and Ara Norenzayan: The Origin and Evolution of Religious Prosociality, Science (Vol. 322. no. 5898, pp. 58-62)
2Azim F. Shariff and Ara Norenzayan (2007): God Is Watching You: Priming God Concepts Increases Prosocial Behavior in an Anonymous Economic Game, PSYCHOLOGICAL SCIENCE, Vol. 18 no. 9, pp. 803-809 (PDF)
(baut auf der master thesis von Shariff auf).
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