Purim ist wohl der erfreulichste und lustigste Feieretag im jüdischen Kalender und geht auf die Zeit des persischen Exils zurück.
Die Geschichte zu Purim wird im biblischen Buch Esther erzählt:
Demnach versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag auszurotten. Königin Ester führt jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung herbei (Wikipedia).
Das Buch Esther ist m Übrigen bemerkenswert, da es nicht einmal den Namen des Gottes erwähnt.
Es gibt lediglich eine einzige Stelle, die vage auf eine Gottheit hinweist und zwar als Mordechai sagt, dass das jüdische Volk von einem anderen errettet werden wird, falls Esther es nicht schaffen sollte.
Das Wort “Purim” bedeutet “Lose” und erinnert daran, wie Haman die Auswahl für das Datum des geplanten Massakers getroffen hatte. Er hatte beschlossen, am 13. Adar die Juden im Perserreich zu töten. Das hat nicht geklappt.
Und da es den Juden nicht gestattet war militärischen Siege zu feiern, feiert man eben einen Tag später – am 14. Adar – das Überleben.
In Schaltjahren mit einem zweiten Mont Adar (also mit Adar I und Adar II), wird Purim im zweiten Monat Adar gefeiert, damit es einen Monat vor Pessach liegt. Der 14. Adar I wird dann als kleiner Feiertag Purim Katan (“kleines Purim”) gefeiert.
In geschlossenen Orten, will heißen in Städten, die von einer Mauer Umschlossen sind, wird am 14. und 15. gefeiert.
Als wichtigster Brauch gilt wohl, dass man zu Purim die Geschichte aus dem Buch Esther liest, das allgemein als Megillah (Rolle) bekannt ist:
Mordechai schrieb alles auf, was geschehen war. Er schickte Schreiben an alle Juden in allen Provinzen des Königs Artaxerxes nah und fern und machte ihnen zur Pflicht, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag des Monats Adar in jedem Jahr als Festtag zu begehen. Das sind die Tage, an denen die Juden wieder Ruhe hatten vor ihren Feinden; es ist der Monat, in dem sich ihr Kummer in Freude verwandelte und ihre Trauer in Glück. Sie sollten sie als Festtage mit Essen und Trinken begehen und sich gegenseitig beschenken, und auch den Armen sollten sie Geschenke geben. Ester, 9:20-22
Es ist außerdem üblich, bei Erwähnung des Namens Haman Krach zu machen (durch lautes Zischen, Buh-Rufe, Retschen, usw.), um den Namen des Königs auszulöschen.
Des Weiteren ist man angehalten fröhlich zu sein, zu essen und zu trinken – nach dem Talmud sogar so viel, dass man nicht mehr zwischen “verflucht sei Haman” und “gepriesen/gesegnet ist Mordechai” unterscheiden kann.
Auch sollte man an diesem Tag kleine Essens-Geschenke machen oder an eine Wohltätigkeitsorganisation zu spenden. Eine askenasische Tradition sind zudem die Hamentaschen.
Es hat sich eingebürgert, an Purim karnevals-ähnliche Feiern abzuhalten, sich zu verkleiden und Purim-Umzüge abzuhalten.
Der Feirtag Purim unterliegt nicht den üblichen Schabbat-Verboten, man sollte jedoch nicht den normalen täglichen Arbeiten nachgehen.
Purim beginnt am 27. Februar 2010 mit Sonnenuntergang und dauert bis zum einbruch der Nacht am 28. Februar 2010.
Letzte Kommentare